Vor 15 Jahren, im Jahr 1982, wurde vom Kameradschaftsbund Mattighofen das 125jährige Bestandsjubiläum gefeiert. Aus diesen Anlaß wurde eine Festschrift verfasst, in der man lesen konnte, daß der jubilierende Verein in der 2. Hälfte der vorrigen Jahrhunderts, im Jahr 1857, als Militär-Veteranenverein, gegründet wurde.
Leider sind die meisten schriftlichen Aufzeichnungen aus den ersten Jahrzehnten des Vereins verloren gegangen. Bei der Fixierung des diesjährigen Jubiläums stützt man sich unter anderem auf das Jahrhundert-Jubiläum 1957. Möglicherweise steht auch der wohl volkstümlichste Heerführer der österreichischen Armee des 19. Jahrhunderts mit der Gründung des Vereins im Zusammenhang, geht doch aus einer späteren Protokollierung hervor, daß Mattighofner unter dem Kommando des Grafen Radetzky gedient und Schlachten mitgemacht haben. Radetzky wurde 1831 Generalkommandant der österreichischen Armee in Lombardo-Venetien und blieb nach der Niederschlagung der nationalen Revolution 1848/49 bis 1857 Generalgouverneur in Norditalien. Er starb am 5. Jänner 1858.
Von je her war Zweck und Sinn des Vereins, den Vaterlands- und Heimatgedanken zu fördern, die Kameradschaft zu pflegen. Dazu kommen wichtige soziale Aufgaben wie Unterstützung von Waisen, Witwen und Kriegsbeschädigten, Durchführung von Feiern zum Gedenken für Gefallene und Vermißte, Pflege der Krieg-erdenkmäler und Grabstätten, finanzielle Unterstützung bedürftiger Mitglieder. Um diese Aufgaben verwirklichen zu können, werden von den Mitgliedern Vereinsbeiträge eingehoben, werden Ver-anstaltungen durchgeführt, unterstützende Mitglieder geworben und werden Sammlungen durchgeführt.
Das derzeit älteste Protokoll einer Jahreshauptversammlung des „K. k. Militär-Veteranenvereins Mattighofen“ stammt vom 15. Juni 1893. Es enthält u. a. das Programm für das Fest am 9. Juli 1893, zu dem auch die Nachbarvereine Feldkirchen, Kirchberg, Munderfing, Uttendorf, Mauerkirchen eingeladen wurden. Ange-fertigt wurde das Protokoll von Schriftführer Martin Wieser, als Vorstand zeichnete Franz Huber. Bei einer Ausschußsitzung am 1. Dezember 1898 wurde beschlossen, aus Anlaß der 50jährigen Jubiläumsfeier Sr. Majestät des Kaisers 12 arme Veteranen mit Spenden aus Vereinsmitteln zu beteilen.
Das älteste, erhaltene Protokoll einer Jahreshauptversammlung mit Neuwahl des Vorstandes stammt vom 30. 4. 1899. Der bisherige Vorstand Franz Huber eröffnete und begrüßte die Mitglieder, dankte für das in den vielen Jahren erwiesene Vertrauen und legte wegen Krankheit sein Amt nieder. Neuer Vorstand wurde Josef Gruber, sein Stellvertreter und Kassier wurde Ferdinand Eibl. In den Ausschuß wurden gewählt Anton Purner, Ludwig Sporn (Schriftführer), Andrä Zauner, Josef Schmitzberger, Johann Kellner, Johann Kobler, Mathias Schöfegger und Anton Karteis. Ersatzmitglieder wurden Simon Rohsmann und Franz Huber. Als Fähnriche wurden bestellt Anton Karteis und Andrä König.