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Bericht vom Veteranenfest 1911
Vom Militär-Veteranenverein
zum Kameradschaftsbund
Schriftführer L. Sporn fügt noch folgende Eintragung an dieses Protokoll: „Zum Schluß hielt Herr Kassier F. Eibl eine zündende Ansprache an die Anwesenden, insbesondere betonend, daß jedes Vereinsmitglied gleiche Rechte und auch gleiche Pflichten hat, ob derselbe nun ein alter Krieger oder ein erst seine aktive Dienstpflicht zurückgelegter junger Mann ist, nachdem alle für das Vaterland die Blutsteuer zu tragen haben; weiters ermahnte derselbe die Anwesenden zu treuem Zusammenhalten und zu Kameradschaft, um den im Verein wohnenden militärischen Geist hochzuhalten und auszubilden und zu pflegen. Dann sprach er auf den allerhöchsten Kriegsherrn, seiner Majestät Kaiser Franz Joseph l. ein dreifaches Hoch aus, welches begeistert auf-genommen wurde.“
 
Am 29. Mai 1900 wurde unter anderem in der Ausschußsitzung beschlossen, sich bei dem am 24. Juni stattfindenden Veteranenfest in Mauerkirchen zu beteiligen, „und zwar ist um 1/2 9 Uhr mittels Leiterwagen abzufahren.“
 
Seit März 1901 liefen die Vorbereitungen für ein besonderes Fest, zu dem sowohl auswärtige Veteranenvereine als auch alle Mattighofner Vereine eingeladen wurden: 40 Jahre waren seit der Weihe der ersten Vereinsfahne vergangen.
 
Wie im Erinnerungsbericht steht, ist das Fest nach bester Organisation und bei herrlicher Witterung zur Zufriedenheit aller sehr erfolgreich verlaufen.
 
Unter welchen – heute wohl unvorstellbaren – Bedingungen einst auswärtige Feste besucht wurden, zeigt eine Notiz aus 1904. Im Protokoll hieß es schlicht: „Es wurde beschlossen, das Veter-anenfest in Weng zu besuchen, hiezu die Bahn bis Mauerkirchen zu benützen und von dort zu Fuß nach Weng zu marschieren.“
 
1905 berichtete Vorstand Gruber über das Ausmaß eines Brandes, durch den Hüte mit Federbusch, Flaggen und Bilder im Gesamtwert von 200 Kronen vernichtet wurden. (Prot. 31. 10.)
Zu dem am 24. 11. 1907 stattfindenden Huldigungsfest zu Ehren des vor 50 Jahren verstorbenen FM Radetzky wurden die Mitglieder Jakob Dobler und Mathias Schöffecker entsandt, sie hatten unter seinem Kommando gedient.
 
Im folgenden Jahr wurde am 22. September beschlossen, ein Kaiserjubiläum zu feiern. Gleichzeitig wurde auch ein Wohltätigkeitsakt beschlossen, verarmte Vereinsmitglieder und Witwen verstorbener Mitglieder finanziell zu unterstützen, ferner wurde mit einem Betrag von 1000 Kronen eine Stiftung geschaffen, deren Zinsen sollten bedürftigen Mitgliedern fallweise zukommen. Unter dem Vorstand von Franz Stöger bereitete der „K. k. Militär-Veteranen-Verein“ das Fest des 50jährigen Bestandes unter seiner Fahne am 13. August 1911 vor. Wie ein Fest damals in Mattighofen gefeiert wurde, zeigt folgender Bericht
Vor 15 Jahren, im Jahr 1982, wurde vom Kameradschaftsbund Mattighofen das 125jährige Bestandsjubiläum gefeiert. Aus diesen Anlaß wurde eine Festschrift verfasst, in der man lesen konnte, daß der jubilierende Verein in der 2. Hälfte der vorrigen Jahrhunderts, im Jahr 1857, als Militär-Veteranenverein, gegründet wurde.
 
Leider sind die meisten schriftlichen Aufzeichnungen aus den ersten Jahrzehnten des Vereins verloren gegangen. Bei der Fixierung des diesjährigen Jubiläums stützt man sich unter anderem auf das Jahrhundert-Jubiläum 1957. Möglicherweise steht auch der wohl volkstümlichste Heerführer der österreichischen Armee des 19. Jahrhunderts mit der Gründung des Vereins im Zusammenhang, geht doch aus einer späteren Protokollierung hervor, daß Mattighofner unter dem Kommando des Grafen Radetzky gedient und Schlachten mitgemacht haben. Radetzky wurde 1831 Generalkommandant der österreichischen Armee in Lombardo-Venetien und blieb nach der Niederschlagung der nationalen Revolution 1848/49 bis 1857 Generalgouverneur in Norditalien. Er starb am 5. Jänner 1858.
 
Von je her war Zweck und Sinn des Vereins, den Vaterlands- und Heimatgedanken zu fördern, die Kameradschaft zu pflegen. Dazu kommen wichtige soziale Aufgaben wie Unterstützung von Waisen, Witwen und Kriegsbeschädigten, Durchführung von Feiern zum Gedenken für Gefallene und Vermißte, Pflege der Krieg-erdenkmäler und Grabstätten, finanzielle Unterstützung bedürftiger Mitglieder. Um diese Aufgaben verwirklichen zu können, werden von den Mitgliedern Vereinsbeiträge eingehoben, werden Ver-anstaltungen durchgeführt, unterstützende Mitglieder geworben und werden Sammlungen durchgeführt.
 
Das derzeit älteste Protokoll einer Jahreshauptversammlung des „K. k. Militär-Veteranenvereins Mattighofen“ stammt vom 15. Juni 1893. Es enthält u. a. das Programm für das Fest am 9. Juli 1893, zu dem auch die Nachbarvereine Feldkirchen, Kirchberg, Munderfing, Uttendorf, Mauerkirchen eingeladen wurden. Ange-fertigt wurde das Protokoll von Schriftführer Martin Wieser, als Vorstand zeichnete Franz Huber. Bei einer Ausschußsitzung am 1. Dezember 1898 wurde beschlossen, aus Anlaß der 50jährigen Jubiläumsfeier Sr. Majestät des Kaisers 12 arme Veteranen mit Spenden aus Vereinsmitteln zu beteilen.
 
Das älteste, erhaltene Protokoll einer Jahreshauptversammlung mit Neuwahl des Vorstandes stammt vom 30. 4. 1899. Der bisherige Vorstand Franz Huber eröffnete und begrüßte die Mitglieder, dankte für das in den vielen Jahren erwiesene Vertrauen und legte wegen Krankheit sein Amt nieder. Neuer Vorstand wurde Josef Gruber, sein Stellvertreter und Kassier wurde Ferdinand Eibl. In den Ausschuß wurden gewählt Anton Purner, Ludwig Sporn (Schriftführer), Andrä Zauner, Josef Schmitzberger, Johann Kellner, Johann Kobler, Mathias Schöfegger und Anton Karteis. Ersatzmitglieder wurden Simon Rohsmann und Franz Huber. Als Fähnriche wurden bestellt Anton Karteis und Andrä König.
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